Der Euro bekommt ein neues Gesicht

Neue Motive, neue Sicherheitsmerkmale und erstmals echte Persönlichkeiten auf unseren Geldscheinen? Die Europäische Zentralbank arbeitet an einer komplett neuen Generation von Euro-Banknoten.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehören sie selbstverständlich zu unserem Alltag: der rote 10-Euro-Schein, der blaue Zwanziger oder der orangefarbene Fünfziger. Doch ihr Aussehen könnte sich in den kommenden Jahren deutlich verändern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet derzeit an einer neuen Serie von Euro-Banknoten. Im Juli 2026 wurden dafür zehn Designentwürfe vorgestellt, aus denen letztlich das zukünftige Erscheinungsbild unseres Bargeldes hervorgehen soll. Noch bis zum 21. September 2026 können sich Bürgerinnen und Bürger an einer öffentlichen Befragung beteiligen. Die endgültige Entscheidung über das Design soll voraussichtlich Ende 2026 fallen.

Zwei Ideen für das neue Gesicht Europas

Für die neuen Banknoten stehen zwei vollkommen unterschiedliche Themenwelten zur Auswahl: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“.

Besonders auffällig ist das Konzept „Europäische Kultur“. Erstmals könnten bekannte europäische Persönlichkeiten auf den Euro-Scheinen erscheinen. Für die einzelnen Stückelungen sind unter anderem vorgesehen:

5 Euro: Opernsängerin Maria Callas
10 Euro: Komponist Ludwig van Beethoven
20 Euro: Wissenschaftlerin Marie Curie
50 Euro: Schriftsteller Miguel de Cervantes
100 Euro: Leonardo da Vinci
200 Euro: Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner

Die Rückseiten sollen dazu passende Bereiche des europäischen Lebens zeigen, beispielsweise Schulen und Universitäten, Bibliotheken, Museen oder öffentliche Plätze.

Das zweite Konzept setzt dagegen auf Europas Natur. Unter dem Titel „Flüsse und Vögel – Widerstandsfähigkeit in Vielfalt“ könnten unter anderem Bergquellen, Wasserfälle, Flusslandschaften und Küsten gemeinsam mit verschiedenen europäischen Vogelarten dargestellt werden. Auf den Rückseiten sollen europäische Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission oder die Europäische Zentralbank erscheinen.

Warum braucht der Euro überhaupt neue Banknoten?

Hinter dem neuen Erscheinungsbild steckt mehr als eine optische Veränderung.

Die EZB möchte die Banknoten langfristig sicherer, nachhaltiger und leichter nutzbar machen. Neue und verbesserte Sicherheitsmerkmale sollen Fälschungen zusätzlich erschweren. Gleichzeitig soll die neue Generation besser von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen erkannt und verwendet werden können. Auch bei Materialien, Haltbarkeit und Produktion soll der ökologische Fußabdruck weiter reduziert werden.

Damit reagiert die Zentralbank auch auf den technologischen Fortschritt: Während sich Möglichkeiten zur Herstellung von Fälschungen weiterentwickeln, müssen auch die Sicherheitsmerkmale von Bargeld regelmäßig angepasst werden.

Müssen wir unsere alten Scheine bald umtauschen?

Nein.

Selbst wenn Ende 2026 ein endgültiges Design ausgewählt wird, werden die neuen Scheine nicht sofort im Portemonnaie landen. Nach der Entscheidung folgen zunächst technische Weiterentwicklung, Tests und Produktion. Laut EZB wird es noch mehrere Jahre dauern, bis die neue Serie tatsächlich ausgegeben wird.

Auch die bisherigen Euro-Banknoten verlieren durch die Einführung einer neuen Serie nicht plötzlich ihren Wert. Sie sollen weiterhin neben den neuen Scheinen im Umlauf bleiben.

Mehr als nur ein neues Design

Die Neugestaltung zeigt, dass Bargeld trotz Kartenzahlungen, Smartphone und digitalem Euro keineswegs abgeschrieben ist.

Mit einer neuen Banknotenserie investiert die EZB bewusst in die Zukunft des Bargeldes. Der Euro soll dabei nicht nur sicherer und moderner werden, sondern auch stärker widerspiegeln, was Europa ausmacht.

Ob wir künftig Beethoven auf dem 10-Euro-Schein sehen oder einen Eisvogel vor einem europäischen Wasserfall, steht allerdings noch nicht fest.

Fest steht nur: Der Euro bekommt ein neues Gesicht. Und dieses Mal dürfen die Europäer sogar mitentscheiden.

Wenn Sie auch mit Abstimmen wollen dann können sie das hier über den offiziellen Link der EZB machen!

Wir tun nicht nur das, was wir können – wir können auch das, was wir tun.

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