So viel mehr (oder weniger) Netto bleibt 2026 vom Gehalt übrig
Auch wenn die Bundesregierung 2026 steuerliche Entlastungen vorsieht, werden viele Arbeitnehmer im kommenden Jahr kaum mehr Netto in der Tasche haben. Der Grund dafür liegt in steigenden Sozialabgaben, die einen großen Teil der Entlastungen auffressen, besonders bei Gutverdienern. Zwar bleibt der Pflegebeitrag dank eines weiteren milliardenschweren Darlehens aus dem Bundeshaushalt vorerst stabil, doch andere Beiträge steigen spürbar.
Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Frank Hechtner (Universität Erlangen-Nürnberg) zeigen: Ein Single mit 4.000 Euro brutto hat 2026 lediglich 36 Euro mehr im Jahr, also rund drei Euro monatlich. Gutverdiener mit 6.000 Euro brutto müssen hingegen mit 171 Euro weniger Netto auskommen. Das Bild wiederholt sich bei Familien: Durchschnittsverdiener profitieren leicht, Gutverdiener werden netto belastet. Ursache sind steigende Sozialabgaben, die geplante Steuerentlastungen nahezu vollständig neutralisieren.

Zwar gleicht der Staat auch im kommenden Jahr die sogenannte kalte Progression aus, also schleichende Steuererhöhungen durch Inflation. Dafür werden Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld erhöht. Auch die Einkommensgrenzen für den Solidaritätszuschlag steigen. Doch parallel erhöhen sich die Beitragsbemessungsgrenzen deutlich: In der Rentenversicherung steigt die Grenze von 8.050 auf 8.450 Euro, in der Kranken- und Pflegeversicherung auf 5.812,50 Euro. Dadurch zahlen Gutverdiener 2026 auf einen größeren Gehaltsanteil Sozialbeiträge.

Für Durchschnittsverdiener ergeben die Änderungen unter dem Strich leichte Pluspunkte: Bei einem Haushaltsbrutto von rund 5.000 Euro bleiben etwa 150 Euro mehr Netto übrig. Bei gut verdienenden Familien kann die Entlastung bis zu 176 Euro betragen. Spitzenverdiener jedoch trifft es stärker: Eine Familie, in der ein Partner etwa 8.500 Euro im Monat verdient, hat 2026 rund 390 Euro weniger zur Verfügung.

Politisch brisant: Trotz der höheren Belastung für Besserverdienende fordert die SPD zusätzliche Einnahmen durch höhere Sozialbeiträge für Gut und Spitzenverdiener. Diskutiert wird unter anderem eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus, was die Netto-Belastung im oberen Einkommensbereich weiter verschärfen würde. Sollte die Koalition geplante Sozialreformen anstoßen, dürfte dieses Thema erneut auf den Tisch kommen.
(Quelle: Handelsblatt)
Markt unter Stress: Langfristige Halter lösen massive Bitcoin-Verkäufe aus
Der Kryptomarkt steht Anfang November erneut stark unter Druck. Bitcoin ist erstmals seit Juni wieder unter 100.000 US-Dollar gefallen und verlor zeitweise bis zu 7,4 Prozent. Insgesamt liegt der Kurs inzwischen mehr als 20 Prozent unter dem Rekordhoch vom Vormonat. Auch Ether und viele Altcoins rutschten ab, bei einigen kleineren Tokens summieren sich die Jahresverluste bereits auf über 50 Prozent.
Im Gegensatz zum Crash im Oktober, der durch hohe Hebelwirkung ausgelöst wurde, wird der aktuelle Rückgang laut Bloomberg durch deutliche Verkäufe am Kassamarkt verursacht. Vor allem langjährige Anleger haben massiv Bestände abgebaut. Nach Angaben von 10x Research wurden in den vergangenen vier Wochen rund 400.000 Bitcoin verkauft, ein Abfluss von rund 45 Milliarden US-Dollar, der den Markt spürbar belastet hat.
Die Marktaktivität bleibt insgesamt verhalten: Liquidationen liegen mit etwa zwei Milliarden US-Dollar deutlich unter den Werten des Oktober-Crashs. Gleichzeitig bleibt das offene Interesse an Futures niedrig, während Optionshändler verstärkt auf fallende Kurse setzen, vor allem auf Put-Optionen im Bereich um 80.000 US-Dollar.
Zudem wurden laut K33 Research zuletzt über 319.000 zuvor länger gehaltene Bitcoin wieder bewegt, was auf umfangreiche Gewinnmitnahmen seit dem Sommer hinweist. Analysten sehen darin ein Zeichen nachlassender Überzeugung unter langfristigen Investoren, was die negative Marktstimmung weiter verstärkt.
Experten erwarten, dass der Verkaufsdruck noch mehrere Monate anhalten könnte. In früheren Bärenmärkten wurden große Mengen Bitcoin über lange Zeiträume abgebaut, ein Szenario, das sich nun wiederholen könnte.
(Quelle: Fonds Professionell)
Einen schönen 1. Advent und einen schönen Start in die Weihnachtszeit wünscht Ihnen das Team der Müller & Veith Investment GmbH.