Summa Summarum 21.02.2019

Guten Morgen liebe Leser,

das Aus des europäischen Flaggschiffes Airbus A380 kam für viele überraschend. Grund sind scheinbar gescheiterte Verhandlungen zwischen Emirates und dem Triebwerkehersteller Rolls-Royce sowie eigene Schwierigkeiten. Für die Planung und den Bau hat Airbus ein Drittel der Kosten als Darlehen von diversen europäischen Ländern erhalten. Laut im Bundesanzeiger veröffentlichter Bilanz betrug das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Finanzierungsunterstützung für die Entwicklung gewährte Darlehen in 2017 nach planmäßiger Tilgung 721 Millionen Euro. (Weil in dem Jahr 15 Riesenairbus ausgeliefert wurden, ergibt sich eine Rückzahlungsrate von gut 2,5 Millionen Euro je Exemplar) Rechnerisch müssten noch rund 290 Exemplare ausgeliefert werden, bevor das Darlehen getilgt ist. Tatsächlich werden bis zum Produktionsstopp aber nur noch 17 Exemplare gebaut. Und damit kommen wieder die Steuerzahler dafür auf.

Da ist es nur ein kleiner Trost, dass durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 der Bund Zinsausgaben von rund 180 Milliarden Euro gespart hat. Die Bundesregierung war in ihrer jeweiligen Haushaltsplanung davon ausgegangen, dass für die Schulden des Bundes zwischen 2008 und 2018 insgesamt Zinsen in Höhe von 484,8 Milliarden Euro gezahlt werden müssen. Tatsächlich waren Dank der Niedrigzinsen aber nur Kreditkosten von 304,5 Milliarden Euro fällig.  180 Milliarden Euro sind etwas mehr als der Bund in einem halben Jahr ausgibt.

Die wohl größte Geldbuße für Geldwäschehinterziehung muss nun die UBS zahlen. Satte 3,7 Milliarden Euro Strafe sowie 600 Millionen Euro Schadenersatz und Zinsen. Das Pariser Gericht unter Richterin Christine Mée sieht als erwiesen an, dass die Banker der UBS Kunden zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche angestiftet haben.

Und was ist mittlerweile bei der geschüttelten Wirecard-Aktie passiert? Die Finanzaufsicht BaFin verbietet seit Montag Leerverkäufe bei Wirecard. Sie sieht in dem hochspekulativen Handel eine Gefahr für das Marktvertrauen in Deutschland. Und das Verbot gilt mindestens für zwei Monate. Grund für diesen außergewöhnlichen Schritt sind die für einen Dax-Wert extrem starken Kursausschläge seit dem 30. Januar. Damals hatte die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ zum ersten Mal über Unregelmäßigkeiten und den Verdacht des Betrugs bei Wirecard in Asien berichtet. Dieses Verbot beflügelte die Anleger und alleine am Montag machte die Aktie einen Sprung von rund 15% nach oben.

Einen optimistischen Start in den Tag wünscht Ihnen das Team der Müller & Veith Investment GmbH.

Steuerzahler zahlen A 380….

https://www.welt.de/wirtschaft/article189108755/A-380-So-haften-die-Steuerzahler-fuer-das-Ende-des-Riesenairbus.html

Bund spart Geld….

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bund-entgeht-enormen-Schuldenlasten-article20867132.html

Und zum Schluß ein Blick auf die Kapitalmärkte:

(Quelle: Goldman Sachs)

S&P500 2785 (+0,18%), SX5E Future  3264 (+0,15%),  NKY 21464 (+0,15%), HSI 28514 (0%), SHCOMP 2746 (-0,56%), EUR/USD 1,1333 (-0,04%), USD/JPY 110,77 (+0,07%), USGov10Y 2,659% (+0,54%), Gold Spot 1339 (+0,01%), Brent 67,17 (+0,13%)

Europa

  • SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Leukert war für das Service- und Supportportfolio bei SAP verantwortlich. Zudem gab SAP bekannt, dass der Vertrag von Vorstand Michael Kleinemeier bis Ende 2020 verlängert werde. FNZ – 21.02.19
  • VW: Audi will das Management straffen. „Wir haben heute zu viele Führungskräfte an Bord“, sagte Audi-Chef Bram Schot. „Eine Ebene – also rund 10% der Leitung – werden wir rausnehmen können“. HB – 20.02.19
  • Die Deutsche Bank habe wohl aus einem Engagement in amerikanische Kommunalanleihen einen Verlust eingefahren. Die Bank investierte 2007 in ein Bond-Portfolio und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren $1,6Mrd verloren haben. Die Transaktion sei 2016 abgewickelt worden. HB – 21.02.19
  • Fresenius: Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Warnstreiks bei Helios auf. Die Krankenhaus-Tochter von Fresenius habe bei den Tarifverhandlungen erneut kein Angebot vorgelegt. Verdi fordert 8% mehr Einkommen und für Pflegekräfte zusätzlich €300 auf die Pflegetabelle. Eine neue Verhandlungsrunde sei für den 20. März geplant. RTRS – 21.02.19

Nordamerika

  • Die US-Notenbank hat ihre im Januar signalisierte vorsichtige Haltung unterstrichen. Außerdem waren sich nahezu alle Mitglieder einig, dass bald ein Plan zur Beendigung der Balance Sheet Reduction vorgelegt werden sollte. RTRS -20.02.19
  • Im Handelskonflikt zwischen den USA und China sollen die Umrisse einer Einigung skizziert worden sein. Es werde an sechs Absichtserklärungen gearbeitet, unter anderem an Rechten am geistigen Eigentum und erzwungenem Technologietransfer, und voraussichtlich eine Liste mit zu treffenden Maßnahmen geben. RTRS – 21.02.19
  • Trump betonte bei einem bilateralen Gespräch mit Österreichs Kanzler Kurz, dass sollte es nicht zu einem Deal im Handelsstreit mit der EU kommen er sich gezwungen sehe Zölle auf Autoimporte einzuführen. WSJ – 20.02.19
  • Johnson & Johnson gab am Mittwoch bekannt, dass Bundesbehörden den Konzern vorgeladen haben zum Zuge von Schadensersatzklagen wegen Talkumpuderprodukte von J&J. RTRS – 21.02.19
  • Lyft soll einem Bericht des „WSJ“ zufolge weiter ein Börsenlisting an der Nasdaq für Ende März anpeilen. Im Zuge dessen wird das Unternehmen Mitte März eine zwei-wöchige Roadshow abhalten. WSJ – 20.02.19/RTRS – 20.02.19

Asien/EM

  • Chinas Bestrebung engerer Beziehungen zum Iran bleiben laut dem chinesischen Präsident Xi Jinping unabhängig von der internationalen Situation weiterhin bestehen. RTRS – 21.02.19 / Der Hafen von Dalian schloss seine Grenzen laut Reuters auf unbestimmte Zeit für australische Kohleimporte. RTRS – 21.02.19
  • Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif kritisierte Israels „abenteuerhafte Bombenkampagne“ in Syrien und schloss einen militärischen Konflikt mit Israel nicht aus. RTRS – 21.02.19
  • Israel: Die stärksten Gegner des Premierministers Netanyahu für die im April stattfindenden Wahlen schlossen sich zusammen. Der ehemalige Militärchef Benny Gantz, der Ex-Finanzminister Yair Lapid und der ehemalige Verteidigungsminister Moshe Yaalon beschlossen eine gemeinsame Wahlliste aufzustellen und einigten sich auf eine „Rotation für den Posten des Premierministers“. RTRS – 21.02.19
  • Ecuador unterzeichnete laut Präsident Moreno ein Finanzierungsabkommen mit dem IWF über $4,2Mrd. RTRS – 21.02.19
  • Samsung Electronics kündigte die Veröffentlichung eines neuen faltbaren Smartphones im April an, dem Galaxy Fold. Es werde spezielle Anwendungen von Facebook und Google haben und am 26. April für $19.80 in den Verkauf gehen. RTRS – 20.02.19
  • SK Hynix möchte nach 2022 rund $107Mrd in den Bau von vier Halbleiterfabriken investieren. RTRS – 21.02.19

21. Februar 2019 I Keine Kommentare I News, Summa Summarum
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