Summa Summarum 17.09.2018

Guten Morgen liebe Leser,

der zweitgrößte Börsengang diesen Jahres könnte vor der Tür stehen. Der Münchner Autozulieferer Knorr-Bremse will Anteile in noch unbekannter Höhe an die Börse bringen. Unter der Hand ist von ca. 25% die Rede. Das Unternehmen selbst wird in Finanzkreisen auf ca. 12 Milliarden EUR geschätzt. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass sich durch den Börsengang die Firmenkultur des Konzerns ändert. Bei Knorr-Bremse gilt die 42-Stunden-Woche. Meistens, durch Übernahmen allerdings arbeiten Mitarbeiter desselben Konzerns 35, 38 oder 42 Stunden – mitunter für den gleichen Lohn. Da ist es verständlich, dass der Protest in den eigenen Reihen wächst und die Hoffnung, durch neue Aktionäre diesen Misstand zu überarbeiten.

Beim P&R-Skandal gab es nun die erste Verhaftung. Der Geschäftsführer Heinz Roth ist am Mittwoch in Untersuchungshaft genommen worden. Es bestehe Flucht- und Verdunklungsgefahr. Bei diesem Skandal hat der Insolvenzverwalter Michael Jaffé aufgedeckt, dass von 1,6 Millionen Containern, die P&R an rund 54.000 Anleger verkauft hat, nur 618.000 existieren. Der leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst schätzt den Schaden durch die nicht existenten Container auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Anleger hatten zuletzt insgesamt 3,5 Milliarden Euro in P&R-Container investiert. Laut Staatsanwalt dürfte es sich um den größten Anlegerbetrug in Deutschland handeln. Zeitweise galt P&R als größter Schiffscontainer-Vermieter der Welt. Und nun wird es zum größten Betrug in Deutschland.

Viele Handwerksbetriebe sind auf Monate ausgebucht und und suchen händeringend Fachkräfte. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen beziffert der Zentralverband des deutschen Handwerks auf rund 150.000 – vermutlich liegt sie aber noch höher. Viele Schulabsolventen wollen studieren und keine Ausbildung mehr machen. Aber nicht nur das Handwerk ist auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Auch junge Betriebe der digitalen Wirtschaft befürchten, dass sie die Chancen, die sich bieten, nicht wahrnehmen können, weil ihnen die Leute fehlen. Es muss wieder ein Umdenken geben! „Wir brauchen eine ausgewogene Balance von beruflich wie akademisch Ausgebildeten, sonst wird das Fundament unserer Wirtschaft brüchig.“

Wir wünschen Ihnen einen sonnigen Start in die neue Woche. Ihr Team der Müller & Veith Investment GmbH.

Großer Börsengang steht bevor….

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/muenchner-konzern-autozulieferer-knorr-bremse-geht-an-die-boerse-1.4132832

P&R…

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/verhaftung-im-fall-p-r-gruender-in-untersuchungshaft-15786201.html

Und zum Schluß ein Blick auf die Kapitalmärkte:

(Quelle: Goldman Sachs)

S&P500 2905 (+0,03%), NKY 23095 (+1,2%), HSI 26835 (-1,66%), SHCOMP 2649 (-1,2%), EUR/USD 1,1636 (+0,09%), USD/JPY 111,97 (+0,08%), USGov10Y 2,9885% (-0,25%), Gold Spot 1196 (+0,22%), Brent 77,99 (-0,13%)

Europa

  • Bayer könnte die nächste Runde der Cancer Trials früher als erwartet sehen, da ein betroffenes Paar seinen Fall im Dezember „vor ihrem Tod“ vor einer Jury vorstellen möchte. BBG – 17.09.18
  • Autos: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht auch die Autoindustrie in der Verantwortung, um Inhabern älterer Diesel-Fahrzeuge Fahrverbote zu ersparen: „Den Besitzern alter Diesel müssen höchst attraktive Angebote für den Wechsel in saubere Autos gemacht werden. Die Autohersteller sind hier zwingend in der Pflicht“. Scheuer spreche gerade mit den Herstellern, zu welchem Preis diese alte Diesel-Fahrzeuge in Zahlung nehmen könnten. BZ – 17.09.18
  • BMW: Der selbstfahrende iNext, der 2021 in den Handel kommt, soll nicht mehr kosten als ein X5: „Das kein Nischenauto“, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Deswegen orientiere sich der Preis an dem eines herkömmlichen BMW. „Der X5 kostet je nach Modell zwischen €70.000 und €130.000 – in diesem Preisband wird sich auch der iNext bewegen. FAZ – 26.09.18 / BMW ruft den Aufsichtsbehörden zufolge in China mehr als 139.000 Fahrzeuge zurück. Betroffen seien Modelle der 3er-Reihe aus den Baujahren 2005 bis 2011, teilte die staatliche Marktregulierungsbehörde mit. Der Grund sei ein Defekt in der Klimaanlage. HB – 16.09.18
  • BMW und Lufthansa wollen beide nicht in das künftige Geschäft mit Flugtaxis einsteigen: „BMW kommt zwar ursprünglich aus dem Flugmotorenbau, aber wir werden kein eigenes Flugtaxi auf den Markt bringen“, sagte Harald Krüger. Welt am Sonntag – 16.09.18
  • Der Klimaexperte von Munich Re hat vor einer möglicherweise heftigen Hurrikan-Saison gewarnt: „Bis Ende August sah es nach einem ruhigen Verlauf aus“, sagte Eberhard Faust. Doch dann sei die Sturmaktivität im tropischen Nordatlantik Anfang September plötzlich angesprungen. Mit dem Hurrikan Florence hätten sich binnen weniger Tage drei weitere Stürme gebildet. Der Index der durch Sturmwind freigesetzten Energie (ACE-Index) habe bis 10. September bereits 110% des langfristigen Durchschnittswerts erreicht (bis Ende August: 57%). FNZ – 16.09.18

Nordamerika

  • Donald Trumps Regierungsverwaltung plant die Ankündigung von neuen Strafzöllen auf chinesische Waren mit einem Wert von $200Mrd noch vor den Verhandlungen mit China. WSJ – 15.09.18
  • Laut dem WSJ wird die chinesische Regierung Verhandlungen mit den USA ablehnen, sofern die USA ihren Plan bezüglich weiterer Strafzölle umsetzt. RTRS – 17.09.18
  • Laut der New York Times ist die Beziehung zwischen Donald Trump und seinem Verteidigungsminister, James Mattis, an einem Tiefpunkt angelangt. Donald Trump soll sich bereits mit einem Ersatz für Mattis befassen. CNBC – 14.09.18
  • Elon Musk hat bekannt gegeben, dass Tesla Schwierigkeiten mit der Auslieferung seiner Fahrzeuge hat. Wörtlich bezeichnete Musk die Situation als „Auslieferungshölle“. RTRS – 17.09.18
  • Amazon untersucht seine Mitarbeiter darauf, ob diese unabhängigen Verkäufern interne Informationen zugespielt haben, welche es externen Verkäufern erleichtern soll höhere Verkaufszahlen auf Amazons Webseite zu erzielen. WSJ – 16.09.18

Asien / EM

  • Die Börsen in Japan, Malaysia und Chile bleiben heute feiertagsbedingt geschlossen.
  • Indien: Die heimische Währung setzte ihre Verlustserie fort, obwohl die Regierung Maßnahmen (z.B. erleichtern der Restriktionen bei ausländischen Darlehen für indische Hersteller) ankündigte, diese jedoch nicht als langfristig wirksam aufgefasst werden. BBG – 17.09.18
  • Brasilien: Präsidentschaftskandidat Bolsonaro verbleibt nach einer Messerattacke weiterhin in Intensivpflege mit stabilem Zustand, wie das Krankenhaus mitteilte. BBG – 15.09.18
  • Türkei: Präsident Erdogan forderte die türkischen Behörden dazu auf die Aufgaben der Mitglieder der Oppositionspartei CHP, die im Vorstand der Isbank sind, näher zu untersuchen. RTRS – 17.09.18

 

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