Summa Summarum 13.06.2018

Guten Morgen liebe Leser,

Nordkorea und die USA haben mittels ihrer Präsidenten ein persönliches Gespräch geführt. Beide Seiten zeigen sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Solche Erstgespräche sollte man nicht im Detail überbewerten, aber es zeigt sich, dass Donald Trump mit seiner Mentalität auch Türen öffnen kann. Mal sehen, ob er nach dem Elefantenauftritt beim G7-Treffen auch bei anderen Partnern wieder Fuß fasst, wobei gesagt werden muss, dass Deutschland eher der Verlierer von Trumps Angriffen sein wird. Es wird also dringend Zeit, dass sich Merkel und Maas mit konkreten Vorschlägen an die USA wenden und nicht nur auf Aktionen warten.

Und hierfür gibt es sogar gute Ansätze. Glaubt man dem Münchner Ifo-Institut, dann sind es mitnichten die USA, deren Leistungsbilanz gegenüber der EU einen Fehlbetrag aufweist, wie Trump es gerne berichtet. Im Gegenteil, es sind die Europäer: Sie verbuchten allein 2017 ein Defizit von 14,2 Milliarden Dollar. Trump rechnet nur die In- und Exporte auf. Nimmt man aber die Dienstleistungen dazu schrumpft das Defizit der USA auf 100 Millionen USD. Und nimmt man nun noch das sogenannte Primär- und Sekundäreinkommen hinzu, kippt die Bilanz endgültig. Hinter dem Primäreinkommen verbergen sich vor allem die Gewinne, die die europäischen Töchter von Digitalkonzernen wie Apple, Amazon, Facebook und Google an die Muttergesellschaften in den USA überweisen. Es ist immer eine Frage der Sichtweise.

Unmittelbar vor der wegweisenden EZB-Sitzung am Donnerstag nimmt die Debatte an Fahrt auf, wie schnell die Europäische Zentralbank (EZB) den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik und speziell den Anleihekäufen angehen und signalisieren soll. An den Märkten hat sich die Hoffnung verdichtet, dass die Notenbanker das Ende  aus der ultralockeren Zinspolitik bekannt geben. Wir sind sehr gespannt.

Gerade auch im Hinblick darauf, dass die Unwucht im Euro-System einen neuen Rekordwert erreicht hat. Einige Notenbanken wie Frankreich, Spanien oder Italien schulden der Bundesbank fast eine Billionen EUR – unbesichert. Und die Tendenz weiter steigend. Target2 – so wird dies genannt – ist ein Verrechnungssystem über das sich Notenbanken untereinander unverzinslich mit Kapital aushelfen. Hier bildet sich immer dann ein Negativsaldo, wenn ein Mitgliedsland kontinuierlich mehr in einem anderen Mitgliedsland investiert oder kauft als umgekehrt. Erschreckend!

Einen entspannten Tag wünscht Ihnen das Team der Müller & Veith Investment GmbH.

Deutschland wird Verlierer eines weltweiten Handelsstreits sein….

http://service.welt.de/red.php?cookieDone=1&lid=896313&r=68629653104733&ln=4683503

Wirklich ein Defizit für die USA?….

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/handelsstreit-die-usa-haben-gar-kein-defizit-mit-der-eu-1.4010706

Endlich der Ausstieg….

https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=28823&titel=Debatte-ueber-EZB-Kurs-nimmt-weiter-Fahrt-auf

Target2 auf neuem Rekordhoch…

https://www.welt.de/finanzen/article177387650/Euro-Krise-Europas-Dispo-bei-Deutschland-steht-kurz-vor-der-Billion.html?wtrid=onsite.onsitesearch

Und zum Schluß ein Blick auf die Kapitalmärkte:

(Quelle: Goldman Sachs)

S&P500 2787 (+0,17%), NKY 22971 (+0,4%), HSI 30929 (-0,56%), SHCOMP 3062 (-0,56%), EUR/USD 1,1748 (+0,03%), USD/JPY 110,59 (-0,2%), USGov10Y 2,9663% (+0,19%), Gold Spot 1296 (-0,03%), Brent 75,67 (-0,28%)

Europa

  • Deutsche Bank: Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing hat die Vorteile großer Banken im internationalen Wettbewerb hervorgehoben und sich damit für Zusammenschlüsse unter den europäischen Kreditinstituten ausgesprochen: „Größere Banken tun sich leichter, ihre IT-Plattformen auszulasten, neue Regulierung umzusetzen oder Milliarden in Technologie zu investieren. Die eigentliche Chance für eine Konsolidierung liegt darin, die Landesgrenzen in Europa zu überwinden“. Somit erteilte Sewing indirekt den Gerüchten über einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank eine Absage. Sewing bekräftigte, dass die Deutsche Bank bei einer Konsolidierung keine passive Rolle einnehmen wolle: „Wir wollen natürlich immer gerne in einer Position sein, in der wir agieren können“. FAZ – 13.06.18 / BBG – 13.06.18
  • Die EZB prüft wohl derzeit, ob Deutsche Bank, BNP Paribas und Société Générale ihre Wertpapiere richtig bewerten. Nach Informationen der SZ untersuchen die Bankenaufseher daher bereits seit Monaten die Handelsbücher der drei Banken. SZ – 12.06.18
  • Thyssenkrupp will wohl eine Nachbesserung des Deal mit Tata Steel erzielen. Der Wert von Thyssenkrupp Steel sei entgegen einer ursprünglichen Vereinbarung durch einen besseren Geschäftsverlauf gestiegen. Die Verhandlungen über eine Nachbesserung des Deals seien wohl bereits aufgenommen. Es gehe offenbar um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. HB – 13.06.18

Nordamerika

  • AT&T/Time Warner: Entgegen der Forderung des amerikanischen Justizministeriums wurde die Übernahme von Time Warner durch AT&T gerichtlich genehmigt. Im nachbörslichen Handel fielen die Aktien von AT&T, Comcast und Disney um -2,8%, -3,0% und -1,7%. Comcast hatte am Vortag angekündigt, dass es sein Angebot für 21st Century Fox von jenem gerichtlichen Urteil abhängig machen würde. WSJ – 13.06.18
  • Donald Trump hat Kanada angedroht, dass Trudeaus Kommentare und der damit drohende Handelskrieg Kanada „sehr viel Geld“ kosten werden. WSJ – 13.06.18
  • Das amerikanische Haushaltsdefizit hat sich seit Oktober um $532Mrd und damit 23% mehr als im Vorjahr erhöht. WSJ – 12.06.18

Asien/EM

  • In Indonesien und Südkorea bleiben die Börsen heute feiertagsbedingt geschlossen.
  • Öl: Russland möchte laut Bloomberg vorschlagen, dass die OPEC und ihre Alliierten zu den Produktionslevels von Oktober 2016 zurückkehren und ihre Förderung innerhalb von drei Monaten um insgesamt 1,8Mio bbl/Tag erhöhen.BBG – 12.06.18
  • Japan erklärte sich bereit Nordkorea mir den anfänglichen Kosten einer Denuklearisierung zu helfen, sofern die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) zuvor ihre Inspektionen wieder aufnimmt. RTRS – 13.06.18 / Japans Verteidigungsminister Onodera sagte die US-Militärübungen und die militärische Präsenz in Südkorea sind essentiell für die Sicherheit im Osten Asiens. RTRS – 13.06.18
  • Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur hob Zugeständnisse der USA und den Ausblick auf eine neue Ära des Friedens und des Wohlstands auf der koreanischen Halbinsel hervor. RTRS – 13.06.18 / Trump und Kim Jong-un luden sich laut Nordkoreas staatlicher Nachrichtenagentur gegenseitig zu Besuchen ihrer Länder ein und akzeptierten jeweils die Einladung. RTRS – 13.06.18

13. Juni 2018 I Keine Kommentare I News, Summa Summarum
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