Summa Summarum 04.11.2019

Guten Morgen liebe Leser,

nicht Tokio oder London. Sondern in München ist eine Immobilienblase sehr deutlich ersichtlich. Der deutsche Immobilienmarkt boomt: Niedrige Zinsen und günstige wirtschaftliche Bedingungen haben viele Deutsche dazu bewegt, sich Immobilien zu kaufen. Eine Studie der Schweizer Großbank UBS hat ergeben, dass München der am stärksten überbewertete Immobilienmarkt der Welt ist. Innerhalb der letzten 10 Jahre haben sich die Preise dort mehr als verdoppelt, die Mieten sind hingegen lediglich um 40 Prozent gestiegen. Zur Gefahr wird die Preisdynamik, wenn die Preise nicht mehr vorwiegend durch Faktoren wie beispielsweise die Einkommensentwicklung oder das langfristige Zinsniveau getrieben wird, sondern durch die Erwartung, dass ein Käufer bereit ist, in Zukunft einen höheren Preis für eine Immobilie zu zahlen. Somit wäre es reine Spekulation, welche diese Entwicklung fördert – ein Phänomen, das der US-amerikanische Immobilienmarkt bereits in 2008 erlebt und die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession getrieben hat. Befeuert durch eine äußerst lockere Kreditvergabe. Ob und wann es tatsächlich zu einer Immobilienblase kommt, ist ungewiss. Denn diese lassen sich nur schwer vorhersagen und können erst nach ihrem Platzen tatsächlich erkannt werden.

Saudi Aramco (saudi-arabischer Staatskonzern), der sowohl wertvollste als auch profitabelste Konzern der Welt, geht nun an die Börse – zunächst nur in Riad und nicht parallel an westlichen Marktplätzen. Beim vom Kronprinzen Mohammed bin Salman erhofften Börsenwert von zwei Billionen Dollar entspräche dies 40 Milliarden Dollar. Damit wäre es der größte IPO in der Geschichte der Kapitalmärkte. Bisher hält der chinesische Internetriese Alibaba mit 25 Milliarden Dollar diesen Rekord. Banker gehen allerdings von einer Marktkapitalisierung von 1,3 bis 1,8 Billionen Dollar aus. Internationale Investoren reagieren „vorsichtig optimistisch“ auf den geplanten Börsengang. Als größtes Manko gilt der geringe Anteil von ein bis zwei Prozent, der an die Börse gebracht werden soll.

Deutsche Börsengänge waren im laufenden Jahr eher enttäuschend oder wurden verschoben. Selbst die Lkw-Tochter Traton des VW-Konzerns, neben der Softwarefirma Teamviewer die zweite Mega-Emission, konnte den Ausgabekurs nicht halten. Damit dürfte das Jahr für Aktien-Neuemissionen weitgehend abgehakt sein. Bisher beträgt das Emissionsvolumen 3,8 Milliarden Euro und damit etwas weniger als der langjährige Durchschnitt von vier Milliarden Euro. 2020 könnte aber ein umso spannenderes Börsenjahr werden. Einer der Kandidaten ist die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp. Erwartet wird zudem der Mega-Börsengang des Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea, den der Chemiekonzern BASF auf die Selbstständigkeit vorbereitet. Als Hoffnungsträger gelten junge Gründerfirmen wie der Autogroßhändler Auto1.

Immobilienblase….

Und zum Schluß ein Blick auf die Kapitalmärkte:

(Quelle: Goldmans Sachs)

S&P500 3038 (-0,3%), SX5E Future 3615 (+0,17%), NKY 22851 (-0,33%), HSI 27070 (+0,61%), SHCOMP 2955 (+0,88%), EUR/USD 1,1165 (+0,12%), USD/JPY 107,99 (+0,04%), USGov10Y 1,7015% (+0,62%), Gold Spot 1509 (-0,24%), Brent 59,65 (+0,05%)

Europa

  • Die neue Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, soll am heutigen Montag in einer Rede in Berlin ihre Vision für die Wirtschafts- und Geldpolitik der Eurozone erläutern. Lagarde, die ihre Rolle am 1. November antrat, hat bereits ihren Vorgänger Mario Draghi wiederholt und Deutschland und die Niederlande dafür kritisiert, dass sie ihre Haushaltsüberschüsse nicht zur Unterstützung des Wachstums eingesetzt haben. Investing – 04.11.19
  • Deutsche Bank: EZB und BaFin drängen Christian Sewing dazu, seine Doppelrolle als CEO der Deutschen Bank und Leiter der Investmentbank aufzugeben, berichtet die FT unter Berufung auf drei Personen, die mit den internen Gesprächen vertraut sind. Die Aufsichtsbehörden wollen, dass die Rollen etwa im nächsten Jahr getrennt werden; da sie einen potenziellen Interessenkonflikt zwischen den beiden Positionen sehen. Die Deutsche Bank erklärte, sie befinde sich in einem stetigen und konstruktiven Dialog mit den Aufsichtsbehörden, habe jedoch derzeit keine Pläne, die Verantwortung im Vorstand für die Investmentbank zu ändern. FT – 04.11.19 / BBG – 04.11.19 / Die Deutsche Bank will die große Mehrheit der Privatkunden von Strafzinsen verschonen. Der angekündigte Strafzins solle nur für Millionäre gelten, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Es geht lediglich um die Einlagen von Konzernen, großen Firmenkunden und sehr vermögenden Privatkunden“. FAZ – 03.11.19 / Boerse.ARD – 03.11.9
  • Laut Asoka Woehrmann, CEO der DWS, haben „viele“ potenzielle Partner Interesse an einer Allianz mit dem Vermögensverwalter bekundet. FT – 04.11.19 / BBG – 04.11.19
  • Im Dauerstreit mit der Lufthansa will die Gewerkschaft Ufo am heutigen Montag Details zu neuen Streiks der Flugbegleiter bekanntgeben. Diese sollen per Videobotschaft im Internet veröffentlicht werden, wie die Gewerkschaft angekündigt hatte. BZ – 04.11.19
  • Wirecard wird den geplanten Aktienrückkauf über €200Mio am Dienstag beginnen. Als Endtermin des Rückkauf-Programms wurde der 5. November 2020 angesetzt. Insgesamt sollen bis zu 2,5Mio eigene Aktien erworben werden. BBG – 04.11.19 / Wirecard-Chef Markus Braun sagte im Interview mit dem Handelsblatt: „Alle Umsätze sind authentisch“. Der Vorstandschef von Wirecard äußerte sich über die neuen Vorwürfe gegen das Unternehmen, die Forderung nach mehr Transparenz und neue, globale Großkunden. HB – 04.11.19

Nordamerika

  • USA/China Handelskrieg: Ross zeigts sich optimistisch, dass die USA noch in diesem Monat ein „Phase-1“ Abkommen mit China abschließen werden. Lizenzen für den Verkauf von Komponenten an Huawei werden in Kürze an Amerikanische Firmen erteilt werden. Nach der Absage des APEC Gipfels in Chile, wird das Treffen zur Unterzeichnung nun laut der US-Regierung in den USA stattfinden. BBG – 03.11.19
  • Peter Navarro betonte übers Wochenende, dass China und die USA auf einem guten Weg sind das „Phase-1“ Abkommen abzuschließen jedoch ein „ganzheitliches“ Handelsabkommen drei Phasen benötige. RTRS – 04.11.19
  • USA/EU Handelsstreit: Ross betonte außerdem, dass Gespräche mit der EU gut verlaufen und „eventuell“ doch keine Zölle auf europäische Autos auferlegt werden müssten. BBG – 03.11.19

Asien/EM

  • Die Märkte in Japan, Russland und Kolumbien bleiben heute feiertagsbedingt geschlossen.
  • Hongkong: Nach einem Wochenende von Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und der Polizei forderte China eine härtere Haltung, um die monatelangen Unruhen zu beenden. RTRS – 04.11.19
  • Südkoreas Präsident Moon und der japanische Premierminister Abe einigten sich bei ihrem ersten Treffen seit 14 Monaten darauf, dass man Spannungen zwischen beiden Ländern abbauen wolle. BBG – 04.11.19
  • Thailands Handelsminister Jurin Laksanawisit teilte am Montag mit, dass die Gespräche südostasiatischer Länder über ein mögliches Handelsabkommen erfolgreich waren und in Kürze eine gemeinsame Ankündigung veröffentlicht werde. RTRS – 04.11.19
  • Chile: Am Freitagabend demonstrierten in der Hauptstadt Santiago wieder ca. 40.000 Menschen gegen soziale Ungleichheit, wobei die Polizei Reizgas und Gummigeschosse einsetzte. Tagesschau – 02.11.19

4. November 2019 I Keine Kommentare I News, Summa Summarum
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